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Nothilfe

Klinik & medizinische Nothilfe

Viele Slum- und Dorfbewohner können sich medizinische Hilfe nicht leisten. Wo nötig, werden sie teilweise oder ganz finanziell unterstützt. Sie können durch eine kleine Klinik Gesundheitsversorgung, Notfallmedizin und Behandlungen für einfache und bekannte Krankheiten zu einem erschwinglichen Preis in Anspruch nehmen.

Kleider und Nothilfe-Material verteilen

Die ärmsten Slum- und Dorfbewohner werden in einzelnen Aktionen mit Kleidern versorgt.
Brandunfälle kommen in Slums öfters vor. Karunakarya verteilt in solchen Situationen Notfallartikel wie Wasserbehälter, Matten, Leintücher und zum Teil Kleider.

Nothilfe für Tsunami Opfer

Chennai

Die Situation in Chennai war in unserer Region nicht ganz so ernst wie im Vergleich zu südlicheren Orten. Dennoch wollten wir unsere Verantwortung in dem einen Fischerdorf, wo wir arbeiten, wahrnehmen.
Hier unterstützte Karunakarya Dhalits (Angehörige der untersten Kaste), die im Fischerdorf Thiruvanmiyur Kuppam nach der Flutkatastrophe als von der Gesellschaft Ausgestossene auf der Strasse leben mussten.  Die Hilfe bestand aus 2 Mahlzeiten pro Tag, temporäre Umsiedlung zur Miete in ein anderes Quartier und ein Notfallpaket (Grundnahrungsmittel und wichtigste Utensilien zum Kochen und Schlafen).
Weitere wichtige Hilfsleistungen In diesem Fischerdorf waren die Traumabetreuung für Kinder sowie die Abgabe von neuen Fischernetzen an die Fischer, die diese durch die Flut verloren haben.

Pondicherry

Menschen, die der Kaste der Dahlits angehören wurden vom Staat sowie von vielen Organisationen absichtlich übergangen. So halfen wir einer Gruppe von 40 Familien in der Region Pondicherry (ca. 150 km von Chennai), die in den Salzminen arbeiteten, welche von der Flut weggeschwemmt wurden. Auch das Nebeneinkommen, das sie durch Crevetten-Zucht hatten, war von der Flut zerstört. Diese Menschen, die schon zu den Ärmsten zählen, hatten nun kein Einkommen.
Die Familien erhielten Grundnahrungsmittel und ein paar Notfallutensilien.
Diese Nothilfemassnahmen konnten  im April 2005 erfolgreich abgeschlossen werden.

Nagapattinam

Nagapattinam, war die in Indien am stärksten betroffene Stadt ca. 300 km südlich von Chennai. In dieser Region waren 73 Dörfer betroffen in denen 176’184 Menschen obdachlos wurden, 5925 ihr Leben verloren und 1922 verletzt wurden.
Die Situation der Menschen bewegte uns sehr. Am 30.12.2004 leisteten wir spontan Nothilfe mit Bettdecken. Angesichts der immensen Not und der erwarteten längerfristig nötigen Aufbauarbeit entschieden wir uns, ein zweijähriges Nothilfeprojekt zu lancieren.

Mit den schon angestellten und neuen Mitarbeitern, die dorthin stationiert wurden, begannen wir im Februar unsere Arbeit zuerst in einem und dann im März in einem zweiten Dorf.

Karunakarya unterstütze dort Flutopfer durch Katastrophenhilfe und Massnahmen zum Wiederaufbau von Lebens- und Arbeitsgrundlagen. Wir haben uns vor allem auf die Entwicklung der Bildung und bildungsfördernde Programme konzentriert.

Unsere Arbeit begann mit Traumabetreuung, Familienbetreuung und einer Situationsanalyse. Die Analyse zeigte, dass die Förderung im Bereich der Bildung und ganzheitlichen Entwicklung der Kinder nötig ist, gerade jetzt, wo die extreme Trauer und Hoffnungslosigkeit die Leben der Menschen benebelte und die Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Kinder fehlte.

Die Kinder brauchten einen Ort, wo man auf ihre Bedürfnisse eingeht und die Eltern brauchten Entlastung um die erforderliche Papierarbeit mit dem Staat erledigen zu können.

Der Aufbau eines Beschäftigungszentrums in jedem der zwei Dörfer ermöglichte Traumabetreuung und schulbegleitender Unterricht am Abend aber auch persönliche Begleitung der Kinder, deren Eltern und der Bewohner des ganzen Dorfes.

Das Projekt für Kurzzeitausbildung zur Näherin (für lokal getragene Kleider) hat fast 100 Frauen in 3 Kursen vom Oktober 2005 – September 2006 eine neue Fertigkeit gegeben. Einige dieser Frauen fanden Jobs in neueröffneten Textilfabriken und andere bevorzugten den selbständigen Erwerb.
Die Hilfe gestaltete sich aber auch schwierig. Profiteure versuchten, aus dem Leid Kapital zu schlagen. Deshalb stand für Karunakarya die direkte und persönliche Hilfe im Vordergrund.

Unsere Arbeit zeigte grossen Erfolg. Die Kinder und Menschen haben sich innerhalb der Zeit unserer Anwesenheit vom Schock und den Nachwirkungen erholt und begannen wieder ein normales Leben zu führen. Sie konnten wieder auf “eigenen” Beinen stehen.
Da wir der Überzeugung sind, Betroffene niemals abhängig zu machen und sie nur soweit zu motivieren und mobilisieren, dass sie selbständig sein können, kam für uns die Phase der Not- und Wiederaufbauhilfe nach fast 2 Jahren zu einem Ende.

Die Phase von längerfristiger Entwicklungshilfe wollten wir nicht in betracht ziehen, da ein Projekt auf weite Distanz viel Umstände mit sich bringt.
Um die Weiterführung der begonnen Entwicklungsarbeit zu garantieren, gaben wir die Projekte, Kallar und Velipalayam, in die Hände von zwei zuverlässigen Organisationen, die sich dort längerfristig niedergelassen hatten. Ein Teil der Kosten wurde noch bis Ende Juni 2007 mitgetragen um die Mehrbelastung einer der Organisationen zu überbrücken.

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