Patenschaften und Nothilfe

Es ist in jeder Umgebung schwierig diejenigen zu erkennen, die das Erlernte mit Ausdauer und Fleiss vermehren würden. Jeder, in dem dieser kleine Funke der Begeisterung und des Willens lebt und der versucht, aus der Armut heraus zu kommen um sein Leben für immer zu verändern, versuchen wir zu helfen, wie wir können. Finanzielle Hilfe, um die Schule abzuschliessen und medizinische Versorgung sind die zwei grundlegendsten und höchst wichtigen Bedürfnisse für diejenigen, die darum kämpfen in dieser Gesellschaft zu überleben.

“Naturkatastrophen sind ebenso eine Folge der Armut und der schwachen Regierungen wie Plattentektonik und Wetter – deshalb treffen sie die Ärmsten der Welt am schwersten.” – James Tulloch

Natürliche Gefahren fordern die Verantwortung aller. Der Mangel an guter Infrastruktur in den Dörfern und Slums ist wohl eine der grössten Ursachen für die hohe Anzahl von Todesopfern, die eine Naturgefahr zu einer Naturkatastrophe macht. Wir können warten, bis das System sich ändert, oder wir können ein System schaffen und die Veränderung sein.

Medizinische Hilfe und Bildungspatenschaften

Wir begannen unsere Hilfsmassnahmen im Jahr 2001, indem wir uns auf die unmittelbare Notwendigkeit einer finanziellen Unterstützung für die Slumkinder konzentrierten, um ihre Ausbildung zu gewähren. Familien, die unterhalb der Armutsgrenze leben, sehen Geld als eine unmittelbare Erleichterung für ihre Situation. Aus diesem Grund steigen viele Kinder frühzeitig aus der Schule aus und beginnen in einem sehr jungen Alter zu arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Viele Familien drücken ihre eigene Abneigung dafür aus, sagen aber dass sie keine Wahl haben. Um ihnen zu helfen, einen höheren ökonomischen Status zu entwickeln, bieten wir ihnen eine Gelegenheit und ermutigen sie, ihre Ausbildung fertig zu machen. Wir unterstützen bedürftige Studenten mit Uniformen, Büchern und Taschen. Einigen Schülern haben wir auch die Schulgebühren gesponsert. Um sicherzustellen, dass unsere Bemühungen nicht vergeblich verlaufen, besuchen wir die Familien in den Armenvierteln und führen Follow-ups durch.

Eine weitere dringende Notwendigkeit in den Armenvierteln ist der Zugang zu guter und erschwinglicher medizinischer Hilfe. Bevor es die staatliche Klinik in der Nähe der Slums gab, haben wir kostenlose medizinische Versorgung und einfache Behandlungen vor Ort durch eine kleine Klinik angeboten und später auch wöchentliche Erste Hilfe und Wundbehandlung durch eine ausgebildete Krankenschwester.

In den aktuellen Projekten führen wir regelmässige medizinische Untersuchungen und kleinere Behandlungen durch und helfen den Bedürftigen bei der Finanzierung grösserer medizinischer Behandlungen. Wenn der Versorger einer verarmten Familie eine medizinische Behandlung benötigt, die ihn von der Arbeit abhält, gerät die ganze Familie an den Rand der Existenz, oder die Kinder verlassen die Schule um für ihre Familien zu sorgen.

Entlastung für Naturkatastrophe

 

Hochwasserschutz 2015

Im Dezember 2015 erlebten wir die schlimmsten Hochwasserschäden in der Stadt Chennai im letzten Jahrhundert. Mehr als 500 Menschen kamen bei den Überschwemmungen ums Leben. Abgesehen von den Schäden erlebte Chennai eine faszinierende Einheit unter allen Religionen und gesellschaftlichen Gruppen. Viele kamen zusammen, um den Betroffenen durch die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Obdach, Kleidung und Durchführung von Rettungsaktionen und Vieles mehr zu helfen.

Wir in Karunakarya erkannten auch unsere Rolle bei der Unterstützung der Rehabilitation der Stadt. Wir besuchten die betroffenen Gebiete, um die Opfer sofort zu unterstützen und die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Begünstigten zu gewährleisten. Wir versuchten in Form einer Umfrage die Auswirkungen der Überschwemmung abzuwägen und um kalkulierte Entscheidungen für die Nothhilfe der Zielgruppe zu machen. Da viele Menschen und Organisationen, auch aus der Regierung, den Betroffenen Hilfe anboten, beschlossen wir, unseren Fokus auf Personen zu legen, die mit unserer Organisation als Begünstigte, Unterstützer oder Mitarbeiter verbunden sind. Zusammen mit einer Gruppe von begünstigten Jugendlichen unserer Organisation verteilten wir 1,000 betroffenen Familien eine Packung mit medizinischen, sanitären und Hygieneartikeln. Es waren Artikel, die zu wenig vorhanden waren. Der Bedarf war aufgrund überlaufener Abwasserkanäle und stehendem Wasser dringend, um Epidemien vorzubeugen. Wir verteilten auch Lebensmittel, Decken und Matten in kleinerer Anzahl an diejenigen, die diese dringend benötigten und stellten Opfern, die in der Anna-Universität untergebracht waren, dringendes Hilfsmaterial zur Verfügung.

Diese Aktivität war eine Gelegenheit für unsere Jugendlichen eine Nothilfektion mitzuerleben und eine Erfahrung aus erster Hand bei der Planung und Durchführung zu machen. Diese Erfahrung half den Jugendlichen auch ihre sozialen und Leiterschaftsfähigkeiten zu entwickeln, indem sie mit verschiedenen Menschen zusammentrafen und in Teams arbeiteten. Sie wurden auch mit den Nöten der betroffenen Menschen konfrontiert und konnten Mitgefühl entgegenbringen.

Alle freiwilligen Jugendlichen wurden nach einem langen Tag beim Verteilen in ein Restaurant zum Mittagessen eingeladen, um ihre Begeisterung und Bereitschaft zur Unterstützung der Bedürftigen wertzuschätzen, obwohl sie aus ähnlichen Lebensumständen kommen.

Tsunami-Hilfe 2004

Im Jahr 2004 forderte der Tsunami im indischen Ozean viele Menschenleben in Indien und 14 anderen Ländern. Die vielen Fischerdörfer an der Ostküste von Tamil Nadu waren stark betroffen. Die Fischer verloren ihre Boote, Häuser und sogar Familien. Wir besuchten die Opfer von Kallar und Velipalayam, zwei Dörfer in der Nähe von Nagapattinam. Dies war die am stärksten betroffene Stadt Indiens mit etwa 6000 Toten, 2000 Verletzten und 175.000 Menschen, die ihr Zuhause verloren haben.

Zu Beginn war es vor allem wichtig, den Opfern zuzuhören und sich an ihrem Schmerz und Leid zu beteiligen. Später haben wir in zwei der betroffenen Fischerdörfer Zentren für Traumabewältigung, Hilfsmassnahmen und Rehabilitation eingerichtet. Bettdecken wurden an die Opfer verteilt und 150 kg Fischernetze, so dass die Fischer eines Dorfes ihren Lebensunterhalt wiederherstellen konnten. Rehabilitation im Bildungsbereich wurde bald eine dringende Notwendigkeit, da viele Kinder begannen aus der Schule auszusteigen. Wir unterstützen die Wiedereingliederung der Kinder in der Schule und boten schulischen Stütz- und Förderunterricht an, um ihnen mit dem Schulstoff zu helfen. Nach zweijähriger Wiederaufbauhilfe übergaben wir die Projekte in Nagapattinam an zuverlässige lokale Organisationen. Abgesehen von der Nothilfe in diesen beiden Dörfern boten wir auch Unterstützung und Rehabilitation in Pondicherry und Fischerdörfern in Chennai an.